Das verflixte siebte Jahr

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vb93
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Das verflixte siebte Jahr

Beitrag von vb93 » 31. Aug 2017, 20:21

...nein, im Gegenteil. Wir hatten wieder eine wunderbare Zeit auf dem Summer Breeze, das wir seit 2011 besuchen. Die meisten Dinge waren auf dem Festival wie immer tadellos und wir werden hoffentlich noch viele Jahre her kommen. Aufgrund der Tatsache, dass sich ab diesem Jahr wohl einiges mit Ankündigung verändert hat, möchte ich für die Neuerungen trotzdem mal eine Portion Lob und auch etwas Kritik/Anregungen da lassen. Frei nach dem Motto: Egal wie gut wir sind, wir sollten uns nie darauf ausruhen, dass es gut ist, sondern wir sollten immer bedenken, was wir noch besser machen können.
//Lob:
Größte Überraschung war sicherlich die "einsame" Hauptbühne. Wir haben Mittwochs mal bei einem Ordner nachgefragt, was denn da los ist, worauf wir die Antwort bekommen haben "Das ist so bisschen Hokuspokus, darf ich nicht verraten." ...Überraschung geglückt! An alle Leute, die am Schelten waren, dass die Running Order und der Geländeplan trotzdem zwei Bühnen zeigen, mein Gott...wo ist das Problem? Man wollte es eben spannend machen. Das mit der Drehbühne ist eine sehr feine Sache. So erledigt sich das "Pendeln" zwischen zwei Bühnen, wodurch man mehr Bands mit wesentlich besserer Sicht genießen kann. Unbedingt beibehalten!
...Das liegt auch sicher mit daran, dass der Front-of-Stage Bereich durch die Schleusen nie gnadenlos überfüllt war. Dadurch konnte man auch relativ Spontan zu einer Band kommen und trotzdem noch einigermaßen weit nach vorne. Davon war ich positiv überrascht. Beim Blick auf den neuen Geländeplan hatten wir da zunächst große Bedenken, dass man gar nicht mehr vor kommt, wenn man nicht zwei Bands vorher da steht. Leider ist die große Bühne doch ziemlich weit weg vom Publikum und relativ hoch. Gerade Bands mit viel Publikumsbezug waren auf der alten Pain Stage schon saumäßig geil. ...Aber einen Tod muss man sterben, dafür sieht man aufgrund der Höhe der Bühne jetzt auch von weiter hinten gut. Gibt ja auch noch die T-Stage und Camel Stage.
Dem Ein- und Auslass nur in eine Richtung stand ich bei Bekanntmachung auch skeptisch gegenüber, und sicher, wenn man raus geht um sich ein Bier zu holen und erst mal außen rum schlappen muss, ist das etwas nervig. Dafür erledigte sich jegliches Gegenverkehr-Geschiebe in der Crowd. Damit kann ich persönlich gut leben.
//Kritik:
Was mir allerdings am neuen Front-of-Stage Bereich gar nicht gefallen hat, waren die winzigen Schleusen. Beim Einlass war das im Normalbetrieb kein großes Problem, ging meistens ohne groß warten und ohne Chaos. Allerdings gestaltete sich der Auslass durch das Nadelöhr oft chaotisch, auch beim regulären Wechsel zwischen Bands. Da wurde auch ordentlich geschoben und gedrängelt und es dauerte ziemlich lange, bis man wieder in Freiheit war. Beispiel vor Heaven Shall Burn, da wollten sehr viele raus, wohl weil bekannt ist, dass es bei der Band vorne doch recht heftig zugeht. Gerade einigen Frauen stand da im Gedränge doch kurz sichtbar die Angst im Gesicht.
Noch viel problematischer finde ich an dem Konzept allerdings die Sicherheit in Extremsituationen. Ich weiß nicht, wie schnell der "180 Grad Wellenberecher" zu den Seiten komplett aufgemacht werden kann, und wenn, ob die Leute es auch mitkriegen und nicht weiterhin Richtung Schleuse vorne links drücken. Wenn da drin mal wirklich Panik ausbricht, dann ist die Kacke am Dampfen... :(
Deshalb //Anregung:
Lässt sich der Schleusenbereich verbreitern? Im Optimalfall (eventuell unrealistisch) auf die volle Breitseite, die in den vorherigen Jahren seitlich offen war. Aber zumindest auf sagen wir mal 6-8 statt 2 Schleusen für Ein- und Auslass. Dann braucht es zwar eine Handvoll mehr Ordner, allerdings sollte letzteres ja das kleinere Problem sein. Zumindest zügigen Auslass sollte man ermöglichen.
Ich habe auf einem anderen Festival auch schon gesehen, dass es eine Ampel gab, die auf Rot geschaltet wurde, wenn der Front-of-Stage Bereich voll war. Das ist dann von weitem sichtbar und es bilden sich keine unnötigen Schlangen am Einlass und die Ordner müssen nicht so viele Leute abweisen, da sie es gar nicht erst versuchen.
Weiter mit einem großen //Lob:
Der Betreiber der Sanitäranlagen hat sich geändert, wenn ich nicht irre. ...Wie auch immer: Die Dixis (zumindest die, die ich gesehen habe) waren immer schön sauber und wurden wohl auch zuverlässig geleert. Ich musste dieses Jahr tatsächlich nie den Mount Shiterest sehen. :D Das war auch schon anders.
//Kritik:
Allerdings habe ich dieses Jahr sehr diese aus-vier-Himmelsrichtungen-hinseich-Teile bzw. Pissrinnen vermisst. Sowohl auf dem Campground als auch dem Infield verkürzen die deutlich die Warterei, da wir Männlein lang nicht so oft die Dixis blockieren müssen. Win-Win. Im Toilettenbereich bei der T-Stage gab es überhaupt keine Pissrinnen, was dazu geführt hat, dass frustrierte Kerle wohl oder übel massenhaft an die Zäune geseicht haben, was die Ordner verständlicherweise nicht gerne sehen und den Boden in eine „interessante“ Masse verwandelt. An den T-Toiletten muss dringend eine Pissrinne hin. Die Pinkelpilze auf dem Campground und insbesondere vor den großen Infield Schleusen waren schon echt praktisch...
Weitere //Anregung zum Thema Zaunpinkeln:
Lässt sich der Toilettenbereich an der VIP Road umpositionieren, und zwar genau gegenüber der Toiletten Richtung Front-of-Stage Einlass? (Nah am Front-of-Stage Ausgang) ...Genau da haben enorm viele Kerle an den Zaun gepisst, wenn's nach einem Konzert bitter nötig war. Zugegeben, ich auch. Im Gedränge noch zur VIP Road runter zu laufen dauert, außerdem will man ja oft gar nicht aus dem „Battlefield“ raus. Und wenn man sich ganz streng an die Regeln hält, soll man dann die VIP-Road auch nicht mehr rauf, sondern über die "Old Road" zurück aufs Battlefield. Musste man nicht streng beachten, aber just saying…
Bei weiterer //Kritik kommt mir in den Sinn, dass es dieses Jahr leider kein Zelt gab. Ich hoffe sehr, dass das einmalig wegen des Jubiläums so war, da die Bands Pyro haben wollten und wegen der Special Shows. Das Zelt hat immer eine andere Atmosphäre geboten, gerade bei Bands im Black- und Doom Metal Bereich war das echt schön. Außerdem hatte man dort die Chance, auch mal Regen, Wind oder Sonne zu entfliehen. Nach all den Jahren Summer Breeze gehört das Zelt auch irgendwie dazu… :(
Thema Merch: Seit es die limitierten Shirts gibt, ist der Andrang immer riesig und man muss sehr, sehr lange anstehen. Vielleicht wäre es eine Idee, wie in Wacken das ganze in mehrere Merch Stände zu splitten, damit es sich etwas verteilt. Die Designs sind wie immer geschmackssache, mir persönlich etwas viel Totenköpfe bzw Metal Klischees im Allgemeinen. Bisschen mehr Vielfalt wäre mal was. :) Aber das ist definitiv nice to have.
Noch ein //Kritikpunkt, zählt wohl zur Kategorie „dumm gelaufen“: Uns sind einige Gegenstände abgenommen worden, bei denen das meiner Meinung nach etwas unnötig war, allerdings nicht weiter schlimm. Ich respektiere hier absolut die Weisung der Ordner, allerdings halte ich manches für etwas übertrieben: Uns wurde beim Einlass so eine aufblasbare Luftgitarre abgenommen, mit der Begründung, die würde in der Dunkelheit aussehen, wie ein Gewehr und das könnte Panik auslösen … na wenn ihr meint… Das Teil habe ich bei meinem ersten Summer Breeze am EMP Stand geschenkt bekommen und jetzt ist es ironischerweise weg. Einer Frau aus unserer Gruppe wurden bei der Infield Kontrolle dies dm-Desinfektionstücher weggenommen, weil diese ja entflammbar seien. ...Muss das sein? Ich habe das Gefühl, manche Ordner sind da etwas hypersensibel. Dabei sei nochmal gesagt: ich habe absoluten Respekt vor den Ordnern und bin sehr dankbar für die Arbeit, die sie machen. Trotzdem wollte ich diese Kleinigkeit loswerden.
Was mir noch zum Thema //Kritik einfällt, ist uns nicht selbst passiert, wurde uns aber von einer befreundeten Gruppe erzählt: Das Green Camping Gelände war wohl etwas zu klein dimensioniert. Wir sind Dienstags angereist und haben natürlich einen wunderbaren Platz bekommen. Mittwoch Abends sah es dann wohl schon ziemlich mau aus. Nächstes Jahr am besten mehr Fläche fürs Green Camping kalkulieren, damit auch alle damit glücklich werden.
Weiter im Thema //Kritik könnte ich jetzt anfangen, dass ich persönlich nicht mehr 100% mit der Philosophie hinter dem Summer Breeze auf einer Wellenlänge bin. Die Bands werden immer größer, die Besucher und das Gelände immer mehr, das Ticket zuverlässig teurer. Viele wären sicher auch zufrieden, wenn weniger Korns oder Megadeths dieser Welt spielen würden und dafür nicht jedes Jahr die Preise steigen würden. Es gibt im „Underground“ (und auch weit darüber) so viele affengeile Bands, da muss man sich nicht übernehmen und Superstars holen, die nen Arsch voll Geld kosten. Natürlich, man will wachsen, immer mehr, immer weiter. Ich habe mich mal einige Minuten mit einem sehr netten Ordner über dieses Thema unterhalten, es ist einfach eine zweischneidige Geschichte. Natürlich möchte man so viele Leute und Geschmäcker wie möglich ansprechen, das finde ich im übrigen klasse am Summer Breeze, dass seit je her von Punk Rock bis Black Metal alles dabei ist, im Unterschied zu manchen kleineren Festivals, die sich auf sehr wenige Genres einschießen. Aber dieses immer weiter, Wachstum über alles, zeigt natürlich, dass das Summer Breeze nach 20 Jahren mehr oder weniger ein Unternehmen ist... Weniger würde es auch tun, ich fand bisher jedes Lineup echt brauchbar, auch vor Jahren. Und gerade einige Studenten (ich nicht aber so mancher in unserer Gruppe) würden sich freuen, wenn die Tickets nicht jedes Jahr teurer werden, da sie ohnehin jeden Cent rumdrehen müssen. Das Summer Breeze muss kein zweites Wacken werden.
Einen hätte ich noch: Bringt doch irgendwann in den nächsten Jahren das alte Logo zurück :( Das war so schön passend und außerdem inzwischen echt Kult. Dieses pseudo-trendige Stencil hat doch keine Aussagekraft und keinen Wiedererkennungswert. Wir sind hier nicht bei Rock am Ring! (Zum Glück nicht!)

Das wärs jetzt aber gewesen mit meckern. In diesem Sinne nochmal ein ganz dickes Lob und Dankeschön ans Summer Breeze! So vieles, um nicht zu sagen fast alles ist auf dem Summer Breeze so klasse organisiert...super nette Ordner, sehr gute Versorgung mit Wasser, Camp-by-Car (ich will nie mehr auf ein Festival wo die Autos kilometerweit weg stehen und man bei Gewitter Angst haben muss oder evakuiert wird), immer wieder gute Verbesserungen wie die im Vergleich zu früher suuuper entspannte Dienstagsanreise, gekühltes Summer-Breeze-Dosenbier zum vorbestellen, was auch Gepäck spart, Grillen ist erlaubt, Green Camping ist eine absolut klasse Sache, die sehr gut funktioniert, die neue Hauptbühne ist gut, das Festival ist nicht zu riesig, wie gesagt die Vielfalt der Bands ist super, der Sound ist meistens sehr gut, etc etc.
Sämtliche Kritik, abgesehen von der meiner Meinung nach wirklich gefährlichen Front-of-Stage Lösung, ist eigentlich jammern auf hohem Niveau.
Danke an jeden, der sich meinen Roman hier durchgelesen hat. Gebt ruhig euren Senf dazu.
Bitte Summer Breeze, macht so weiter, bleibt wie ihr seid, hört nie auf, dieses sehr schöne Festival noch ein bisschen besser zu machen.
Liebe Grüße und bis nächstes Jahr.

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Re: Das verflixte siebte Jahr

Beitrag von Anvar666 » 1. Sep 2017, 08:03

Bei vielem stimme ich dir zu, bei manchem nicht.
Aber ich muß hier einfach mal eine Lanze für die SBOA Ticketpreis-Entwicklung brechen. Ja, ich weiß, nicht jeder hat die Planungssicherheit, mit der man bei Frühbuchertickets etc. zugreifen kann, aber, wenn man wollte, dann hatte man die Möglichkeit, für die Festivals 2015, 2016 und 2017 sein Ticket jeweils für 99 Euro zu bekommen. Und wenn man die Blindvariante kauft, gilt das auch noch für das Ticket zum SBOA 2018. Das wäre dann über einen Zeitraum von vier Jahren eine Preissteigerungsrate von genau 0,00 %! Das ist schon ein Superding seitens der Veranstalter und zeugt sicher NICHT davon, immer nur wachsen und größer werden zu wollen.
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Re: Das verflixte siebte Jahr

Beitrag von Schultz » 1. Sep 2017, 22:29

Anvar666 hat geschrieben:
1. Sep 2017, 08:03

Aber ich muß hier einfach mal eine Lanze für die SBOA Ticketpreis-Entwicklung brechen. Ja, ich weiß, nicht jeder hat die Planungssicherheit, mit der man bei Frühbuchertickets etc. zugreifen kann, aber, wenn man wollte, dann hatte man die Möglichkeit, für die Festivals 2015, 2016 und 2017 sein Ticket jeweils für 99 Euro zu bekommen. Und wenn man die Blindvariante kauft, gilt das auch noch für das Ticket zum SBOA 2018. Das wäre dann über einen Zeitraum von vier Jahren eine Preissteigerungsrate von genau 0,00 %! Das ist schon ein Superding seitens der Veranstalter und zeugt sicher NICHT davon, immer nur wachsen und größer werden zu wollen.


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Re: Das verflixte siebte Jahr

Beitrag von oldie » 2. Sep 2017, 21:48

Die Pinkelrinnen uns Vierhimmelsrichtungspissoirs habe ich auch vermisst, dadurch auch mehr Stau bei den Dixies, da stimme ich dir zu. Bei der höhere Bühne ist die Stimmung im Front of Stage Bereich evtl. nicht mehr so toll, trozdem hat Sie den Riesenvorteil, das man die Bands auf der Bühne auch sehen kann wenn man nicht 2 Meter groß ist. Ich bin 1,80 groß habe z. B. bei Eluvietie 5 Meter von der Bühne weggestanden und super gesehen und weiter hinten auch. Früher habe ich da immer Probleme gehabt, Aus diesem Drund find ich die neue höhere Bühne super.

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Re: Das verflixte siebte Jahr

Beitrag von Angrist » 3. Okt 2017, 20:16

Bei den Bands kann das Festival wohl wenig machen.

Bedingt durch den Wechsel in der Art wie die Leute musik konsumieren, wird es im Metal Bereich einfach nie wieder Bands geben die so groß sind wie Black Sabbath und co, weil sich alles immer weiter zersplittert.

Und da diese alten großen Bands jetzt nach und nach aufhören bzw eben Leute sterben, oder immer weniger touren, buchen die großen Festivals in Europa (Wacken, Hellfest, Download etc) eben Bands der 2ten Reihe die vorher günstiger waren und auch auf dem Breeze gespielt haben.

Darüber hinaus sind Leute eben teils nicht rational.
1x Rammstein ist den Leuten eben wichtiger als 10x gute kleine Band.

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